ratioputz – eine Idee der Projektwerkstatt

Die Projektwerkstatt wurde 1985 als Plattform für eine neue Art des Handelns von Professor Günter Faltin gegründet. An praktischen Beispielen zeigt er, dass sich durch intelligente Ökonomie eine bessere Situation erreichen lässt – für die Natur, Produzenten und Konsumenten.
Prominentestes Beispiel für gelungenes Entrepreneurship ist die Teekampagne. Weitere Projekte unter dem Dach der Projektwerkstatt sind Möbel aus Wasserhyazinthen, das Komponentenportal mit Dienstleistungen für Gründer. Das jüngste „Projektkind“ ist ratioputz – clevere Reinigungsmittel in konzentrierter Form, um die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen.

Als Hersteller für das ratioputz-Sortiment haben wir Eco-Point aus den Niederlanden gefunden – ein passender Partner, was die Produkte wie auch die Firmenphilosophie anbelangt. Ferry Samuels, Gründer und Geschäftsführer von Eco-Point, stellt sich seit 1991 einer dreifachen Herausforderung: Wie lassen sich qualitativ hochwertige Putz-, Wartungs- und Schmiermittel herstellen, die die Umwelt so gering wie möglich belasten, ohne jedoch die Betriebskosten in die Höhe zu treiben? Diese Philosophie entspricht dem Ansatz der Projektwerkstatt, die von Günter Faltin gegründet wurde, um unternehmerische Ideen für eine bessere Ökonomie zu fördern. Bislang stand Eco-Point nur in Geschäftsbeziehungen mit großen Industrieunternehmen, aber nicht mit Endverbrauchern, wie Sie es sind. Den Part, umweltschonende Reinigungsmittel direkt zu Ihnen nach Hause zu bringen, übernimmt die Projektwerkstatt mit ihrer Erfahrung im Versandhandel.

DREI FRAGEN AN DEN RATIOPUTZ-HERSTELLER FERRY SAMUELS:

Herr Samuels, wie sind Sie auf das Thema Reinigungsmittel gekommen?

Als Kind spielte ich am Wasser und war fasziniert von den Kaulquappen im Graben. Ich fischte sie, gab sie in ein Glas und nahm es stolz mit nach Hause. Als ich nach ein paar Jahren dorthin zurückkehrte, gab es kein Leben mehr und der Graben war zu stinkendem Brackwasser geworden. Ich habe nicht ganz verstanden, was los war. Meine Eltern erklärten mir, dass es an den Schadstoffen im Wasser liege, die den Lebensraum der Kaulquappen vergiftet hätten. Während meines Studiums als Labortechniker absolvierte ich ein Praktikum bei einem Hersteller von Reinigungsprodukten. Dabei wurde mir schnell klar, dass die dort verwendeten traditionellen Rohstoffe schädlich für Mensch und Umwelt sind. Es weckte meinen Ehrgeiz, sichere Reinigungsprodukte herzustellen. Da meine Vorstellungen und Werte sich von denen meines Arbeitgebers unterschieden, habe ich mit einem guten Freund Eco-Point gegründet. In einem 30-Fuß-Container, der als Büro, Labor und Produktionsstätte diente, haben wir begonnen.

Gab es ein Vorbild?

Es gab keine Vorbilder, wir waren Pioniere auf dem Gebiet der Reinigungsmittel. Es hat uns viel Überzeugungsarbeit gekostet, die Menschen zu sensibilisieren, Dinge anders zu machen. Produktpräsentationen und Vorträge machten uns nach und nach bekannter. Nachhaltiges Wirtschaften wird jetzt zum Glück auch durch die Gesetzgebung viel stärker gefordert.

Sie sind mit Innovationspreisen für Ihre Erfindungen geehrt worden. Können Sie uns Beispiele nennen, was Ihre Produkte von herkömmlichen unterscheidet?

Wir nutzen nachwachsende Rohstoffe und Rohstoffe aus Restströmen, das heißt, wir betreiben eine Kreislaufwirtschaft. Fossile Rohstoffe wie Erdöl gehen zur Neige und werden so wenig wie möglich verbraucht. Zum Beispiel haben wir einen Tintenentferner aus kleingeschnittenen Zuckerrüben hergestellt, Entfetter aus Tannennadeln und Raps sowie Entkalker unter anderem aus Zitronen- und Milchsäure. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung konzentriert sich auf die Entwicklung von Produkten, für die keine Kennzeichnung erforderlich ist, weil sie keine ätzenden Inhaltsstoffe enthalten.
Auch in Bezug auf die biologische Abbaubarkeit sind wir ehrgeizig, die üblichen 60 Prozent Abbaubarkeit in 28 Tagen reichen uns nicht. Unsere Produkte sind bereits in kürzerer Zeit und vollständig biologisch abbaubar.